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Gemeinsam mit dem
Inga Oltersdorf geht in ihrer Diplomarbeit der Frage nach, inwieweit der Hoffman Prozess ein wirksames Werkzeug zur Persönlichkeitsentwicklung in der Erwachsenenbildung ist. Sie gibt einen präzisen Überblick über die großen Denker der Humanistischen Psychologie. Die einzelnen, den Hoffman Prozess gestaltenden Elemente, werden vor diesem Hintergrund beschrieben und ihre Wirksamkeit erläutert. Vor dem Hintergrund aktueller, gesellschaftspolitischer Diskussion vertritt sie die These, dass ‚mehr Solidarität in unserer Gesellschaft überlebenswichtig ist. Dies bedeutet konkret, sich für mehr Zusammenhalt zu engagieren und in Gemeinschaft statt Isolation zu leben. Dafür braucht es ein selbstverantwortliches Denken und Handeln.’ In diesem Zusammenhang beschreibt sie den Hoffman Prozess als ein effizientes Konzept zur erwachsenen Weiterbildung, das wesentliche Fähigkeiten der emotionalen Selbstführung und der Beziehungsfähigkeit vermittelt. "Meiner persönlichen Erfahrung nach ist das
Training ein effektiver Beitrag für ein selbstverantwortliches
Miteinander. Die langfristig angelegten Veränderungen führen
zu einem selbstbestimmten Leben. Dies kann als ein Beitrag angesehen
werden, dass Menschen in unserer Gesellschaft wieder mehr zueinander
finden, statt sich voneinander abzuwenden." Die
wissenschaftliche Untersuchung von therapeutischen Angeboten ist vor
allem deshalb wichtig, um zu überprüfen, ob das im jeweiligen Programm
Versprochene, auch tatsächlich erreicht wird. Zum anderen werden durch
wissenschaftliche Studien Angebote in ihrer Wirksamkeit miteinander
verglichen. Wissenschaftliche Untersuchungen basieren auf
objektivierbaren und weit gehend unabhängigen Methoden. Insbesondere in
Zeiten vielfältiger Angebote stellen ihre zumeist an Universitäten
gewonnenen Ergebnisse somit richtungsweisende Informationen für die
Öffentlichkeit dar. Dr. Katrin Reuter von der Universität Freiburg gibt
einen Überblick über die neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen zum
Hoffman Prozess. Im
Jahre 2003 beendeten Professor Michael R. Levenson und Carolyn M.
Aldwin von der Universität Davis in Kalifornien/ USA ihre 3-jährige
Langzeitstudie zum Hoffman Hoffman Prozess. Die Ergebnisse dieser
Studie belegen, dass die Teilnehmer des Trainings einerseits eine
Verminderung ihrer negativen Emotionen (Depression, Ängste,
Feindseligkeit, zwanghafte Verhaltensweisen) erleben, während es
gleichzeitig zu einem Anstieg bei den positiven Emotionen kommt:
emotionale Intelligenz, Zufriedenheit, spirituelle Erfahrungen,
Selbstführung, Empathie, Vergebung und körperliche Vitalität. In allen
Fällen handelt es sich um signifikante Veränderungen, die über den
untersuchten Zeitraum von 1 Jahr stabil und konstant blieben. Veränderte Selbstbilder – Eine kontrollierte Effektivitätsstudie mit Katamnese zum Hoffman Prozess. (Christiane Windhausen, Westfälische-Wilhelms-Universität Münster, 1997) Christiane Windhausen hat 1997 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster die erste Langzeituntersuchung über den Hoffman Prozess in Deutschland durchgeführt. Dazu wurden 65 Klienten, die den Hoffman Prozess in den Jahren 1994 und 1995 besucht hatten, als Kontrollgruppe für diese Untersuchung aus dem Theodor Fliedner-Krankenhaus in Ratingen-Lintorf verglichen. Durch den Hoffman Prozess, so
belegt die Studie, erleben die Teilnehmer einen sprunghaften Anstieg
ihrer sozialen Kompetenz. Sie sind nach dem Prozess aufgeschlossener
gegenüber anderen Menschen, können ihre Bedürfnisse offener ausdrücken
und verfügen über eine intensivere Erlebnisfähigkeit. Die Teilnehmer
erleben in allen erhobenen Symptombereichen einen signifikanten
Rückgang der Beschwerden. Die grundlegendsten Verbesserungen zeigen
sich im Bereich der Selbstsicherheit, der Selbstannahme und der
Veränderungsfähigkeit. Darüber hinaus erweist sich der Hoffman Prozess
als ein wirksames Programm zur Verbesserung der Beziehungsfähigkeit und
zur Entwicklung emotionaler Kompetenzen wie Selbstwahrnehmung,
Erlebnisfähigkeit, Problem- und Konfliktbewältigung,
Leistungsfähigkeit, Veränderungskompetenzen und
Verantwortungsbewusstsein. In
einer ersten Pilotstudie zum Hoffman Prozess untersuchten Alex B.
Caldwell und Curtis S. Hileman 1993 58 Personen, die an einer frühen
Form des Hoffman Prozesse teilgenommen hatten. Bis 1986 wurde der
Hoffman Prozess nicht in einem 8-tägigen Intensivprogramm dargeboten,
sondern in Form von zwei 3-Stunden-Sitzungen pro Woche über einen
Zeitraum von 12 Wochen. Obwohl die wesentlichen Strukturelemente des
Trainings über die Zeit gleich geblieben sind, wurde der Hoffman
Prozess im Laufe der Jahre grundsätzlich überarbeitet verfeinert und
adaptiert. Außerdem gab es innerhalb dieser ersten Studie keine
Kontrollgruppe – ein unverzichtbares Gütesiegel der späteren
Forschungen. Die Candate Studie von 1991 umfasste 31 Personen, die
zwischen 1985 und 1991 am Hoffman Prozess teilgenommen haben (in
diesem Fall handelte es sich bereits um das 8-Tage-Programm). Alison
Candate fragte mit ihrer wissenschaftlichen Untersuchung allgemein nach
den positiven Veränderungen, die Hoffman Prozess Absolventen
in ihrem Leben beschreiben. Die Teilnehmer kamen aus völlig unterschiedlichen
sozialen Hintergründen und Bildungsschichten und verfügten
über ein sehr unterschiedliches monatliches Einkommen. Dabei hatte
weder ihr Bildungsstand, ihr Alter, ihr Geschlecht, ihr Reifegrad, noch
die Tatsache, ob sie bereits über Therapie- oder Selbsterfahrungen
verfügten, einen Einfluss darauf, was sie aus dem Hoffman Prozess
mitnehmen konnten.
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